Wie verspeist man einen Elefanten?


Veröffentlicht am 30 August 2013 - Tags:  Social Business  Meinung 


Seit fast 30 Jahren bin ich nun mehr im IT-Bereich tätig. Das ist an sich schon erschreckend, aber es wird noch ernüchternder, wenn man feststellt, dass sich einige Dinge, trotz der enormen Entwicklung in diesem Bereich, nicht geändert haben. Schon damals habe ich mich mit Themen um Zusammenarbeit und Kommunikation beschäftigt und bin zu Zeiten, als E-Mail noch Utopie war, ständig auf unverständige Blicke gestoßen, wenn ich meine Ideen präsentierte. Heute schwärmt die IT-Welt von den vielfältigen Möglichkeiten mit Social Business und wieder gibt es diese Blicke. Damals habe ich gelernt, dass man diese Herausforderung genau so angehen muss, wie man einen Elefanten verspeisen würde: In ganz kleinen Bissen.

Heute wie damals kann kaum jemand, der sich nicht ausschließlich mit der IT-Welt beschäftigt, mit den neuen Entwicklungen etwas anfangen. Niemand hat das Problem, dass er unbedingt einen Blog in seinem Unternehmen führen muss und nicht weiß, wie es geht. Im Unternehmen besteht eher das Problem, dass eine Abteilung nicht weiß, was die andere tut. Das da vielleicht ein Blog eine Lösung  und zufällig Teil dieses Begriffes Social Business ist, weiß dort niemand. Es hilft also nicht, mit dem Elafenten zu wedeln. Stattdessen müssen die mundgerechten Stückchen appetitlich hergerichtet und dargereicht werden. Dann ist es kein Social Business, das wir einführen, sondern die spezielle Informationslösung für die Abteilungen.

Damals schon bedeutete die neue Technologie eine Änderung im Informationsfluss eines Unternehmens. Allerdings ließen sich Methoden einführen, die den gewohnten Strukturen Rechnung trugen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich Lösungen schaffen musste, damit Chefs automatisch Kopien von E-Mails bekamen, damit sie sich immer informiert fühlten. In diesem Sinne ist Social Business ein viel dickerer Elefant, denn nun ist der Kulturwandel essentiell. Ohne ihn geht gar nichts. In Anbetracht der vielen Firmen, die ich kenne, in denen E-Mails ausgedruckt und dem Chef auf Papier vorgelegt werden, kann ich mich auf jede Menge Bissen einrichten, bis dieser Elefant geschluckt ist.

Aber zu dem Zitat mit dem Elefanten gehört ja auch, dass man sich immer nur auf den nächsten Bissen konzentrieren soll. Wir werden weiter Firmen helfen, ihre Prozesse zu verbessern und dabei immer mehr Tools aus dem Social Business einsetzen. Bis dieser Elefant gar keiner mehr ist. Aber dann hat die IT-Welt sicher einen neuen Elefanten geboren. Auch das wird sich nie ändern.

Vera Nentwich Vera Nentwich


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